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Europäische Raumordnung

Grundlage der Europäischen Raumordnung ist das Europäische Raumentwicklungskonzept (EUREK), das am 10./11.05.1999 in Potsdam vom informellen Raumordnungsministerrat der damals 15 EU-Mitgliedstaaten verabschiedet wurde. Das EUREK ist ein Orientierungsrahmen für die territoriale Zusammenarbeit und bildet eine gemeinsame Grundlage über die räumlichen Ziele und Optionen der zukünftigen raumwirksamen Politiken und Maßnahmen. Mit den drei grundlegenden Zielen europäischer Raumordnungspolitik soll in Europa

  • wirtschaftlicher und sozialer Zusammenhalt,
  • Erhaltung und Management der natürlichen Lebensgrundlagen und des kulturellen Erbes sowie
  • ausgeglichenere Wettbewerbsfähigkeit des europäischen Raumes

erreicht werden.

Leitbilder für die räumliche und siedlungsstrukturelle Entwicklung der EU sind

  • die Entwicklung eines ausgewogenen und polyzentrischen Städtesystems und eine neue Beziehung zwischen Stadt und Land,
  • die Sicherung eines gleichwertigen Zugangs zu Infrastruktur und Wissen sowie
  • die nachhaltige Entwicklung, intelligentes Management und Schutz von Natur und Kulturerbe.

Ziele und Leitbilder des EUREK sollen von den europäischen Institutionen und den nationalen, regionalen und lokalen Regierungs- und Verwaltungsebenen angestrebt werden.

Territoriale Agenda der Europäischen Union 2020

Als strategisches Dokument schafft die Territoriale Agenda 2020 (TA 2020) den politischen Rahmen für eine Förderung des territorialen Zusammenhalts in Europa. Die für Raumordnung und territoriale Entwicklung zuständigen europäischen Ministerinnen und Minister haben sich im Mai 2011 in Ungarn getroffen, um das Vorläuferdokument, die "Territoriale Agenda" von 2007, einer Prüfung zu unterziehen.

Angesichts neuer Herausforderungen für die Raumentwicklung, wie der Klimawandel, Energieprobleme oder die Finanz- und Wirtschaftskrise, bietet die Territoriale Agenda 2020 eine strategische Neuorientierung der Raumordnungspolitik. Sie wurde außerdem an den veränderten europapolitischen Rahmen, bedingt durch das Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags und die Verabschiedung der "Europa 2020"-Strategie, angepasst. Die Territoriale Agenda bildet so einen aktionsorientierten politischen Rahmen zur Stärkung des territorialen Zusammenhalts und der Ziele der "Europa 2020"-Strategie.

Die Territoriale Agenda 2020 nennt 6 Prioritäten für die Entwicklung Europas.

  1. Förderung einer polyzentrischen und ausgewogenen Raumentwicklung
  2. Förderung der integrierten Entwicklung in Städten, ländlichen Gebieten und Sonderregionen
  3. Territoriale Integration in grenzüberschreitenden und transnationalen funktionalen Regionen
  4. Gewährleistung der globalen Wettbewerbsfähigkeit von Regionen durch eine starke lokale Wirtschaft
  5. Verbesserung der territorialen Anbindung für den Einzelnen, für Gemeinden und Unternehmen
  6. Verwaltung und Verknüpfung der Umwelt-, Landschafts- und Kulturgüter von Regionen