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Makroregionale Strategien

Makroregionale Strategien sind ein neuer Politikansatz auf europäischer Ebene. Die Europäische Union fühlt sich nicht nur für ihr Gesamtterritorium verantwortlich, sondern auch für größere staatenübergreifende Teilräume, sogenannte europäische Makroregionen.

Einerseits werden damit Möglichkeiten geschaffen, zentrale Ansätze und Strategien, z.B. "Europa 2020" in den Regionen stärker zu verankern. Andererseits besteht die Möglichkeit, spezifische regionale Charakteristika, Potentiale und Herausforderungen stärker bei der Umsetzung von EU-Politiken zu berücksichtigen. Damit wird den Gedanken des sogenannten "ortsbezogenen" Politikansatzes ("place-based approach") und der Territorialen Agenda 2020 der EU Rechnung getragen, die genau dies fordern.

Mittlerweile gibt es makroregionale Strategien für die Ostsee, die Donau und für die Adria, für das Ionische Meer und für den Alpenraum. Damit ist Deutschland an drei Makroregionen beteiligt, der bereits 2009 verabschiedeten Ostseestrategie, der Donaustrategie von 2011 und der Strategie für den Alpenraum von 2015.

Ostseeraumstrategie - European Union Strategy for the Baltic Sea Region (EUSBSR)

Die Ostseestrategie bezieht acht Staaten der Europäischen Union mit ca. 85 Millionen Einwohnern ein. Die Umsetzung erfolgt in Zusammenarbeit mit Nachbarstaaten wie Norwegen und Russland. Zu den zentralen Anliegen der Strategie gehören die Förderung von Wirtschaft, Innovationen, Umweltschutz (vor allem der Wasserressourcen der Ostsee), Verkehrsverbindungen, Tourismus und Kultur. Auch das langfristige Konzept der Raumordnungsminister (VASAB-Kooperation) von 2009 wird in engem Bezug zur Ostseestrategie umgesetzt.

Donauraumstrategie - EU Strategy for the Danube Region (EUSDR)

Die Donaustrategie umfasst Gebiete von elf Staaten sowohl der EU als auch von Nachbarstaaten mit rund 100 Millionen Einwohnern. Zu den größten Herausforderungen im Aktionsplan gehören die intensivere Nutzung der Donau für Transportzwecke, der Schutz und die nachhaltige Nutzung des Donaubeckens als ökologischer Korridor, der Schutz vor Hochwasser und Dürre sowie die Verringerung der industriellen Verschmutzung, eine zuverlässige und kosteneffiziente Energieversorgung und höhere Energieeffizienz sowie eine Verringerung der großen sozialen und wirtschaftlichen Disparitäten.

Adriatisch-Ionische Strategie - EU Strategy for the Adriatic and Ionian Region (EUSAIR)

Die Strategie für die Adria und das Ionische Meer bezieht acht Staaten ein, davon die vier Mitgliedstaaten Kroatien, Griechenland, Italien und Slowenien sowie Albanien, Bosnien, Bosnien-Herzegowina, Montenegro und Serbien. Die vier Themen der Strategie sind blaues Wachstum, Erreichbarkeit in der Region, Umweltqualität und nachhaltiger Tourismus.

Alpenraumstrategie - EU Strategy for the Alpine Region (EUSALP)

Die EU-Strategie für den Alpenraum umfasst Regionen in fünf EU-Mitgliedstaaten sowie die Schweiz und Liechtenstein mit rund 70 Mio. Einwohnern. Die Alpenregion ist eine der wirtschaftlich stärksten und produktivsten Regionen in Europa und eine attraktive Tourismusregion für Millionen von Besuchern pro Jahr. Gleichwohl gibt es große Herausforderungen, deren Lösung eine bessere Kooperation zwischen den Regionen und Staaten Europas erfordert und die die Strategie und Aktionsplan aufgreifen: So zielt die Strategie etwa auf eine Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit und des Zusammenhalts der Alpenregionen, eine nachhaltigere Verkehrsanbindung innerhalb des Alpenraums und mit dem restlichen Europa, die Erhaltung des Umwelterbes der Alpen, eine nachhaltige Nutzung seiner Ressourcen sowie auf die Bewältigung der Veränderungen infolge des Klimawandels.

Die transnationalen Interreg-Programme stellen für die Makroregionen wichtige Bezugspunkte dar. Dort wurden in den vergangenen Jahren umfangreiche Erfahrungen zur praktischen Lösung grenzüberschreitender Probleme gesammelt. Die Interreg-Programme werden wie bisher ausgewählte "Flaggschiff-Projekte" der Makrostrategien unterstützen. Neu ist, dass aus den Programmen teilweise auch die Umsetzung der Strategien gefördert wird, und zwar in Form einer Anschubfinanzierung für Projekte (das sogenannte "seed money") und einer Unterstützung der Arbeit der thematischen Koordinatoren.

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