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Konferenzen

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes »Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien-Sachsen« sind drei Konferenzen: die Auftaktkonferenz, die internationale Konferenz zum Austausch mit anderen europäischen Grenzregionen und die Abschlusskonferenz zur Verbreitung der Projektergebnisse. Sie finden im sächsisch – nieder-schlesischen Grenzraum statt.

Auftaktkonferenz 24.10.2012 - Kurzbericht und Vorträge:

Staatssekretär Dr. Wilhelm am Rednerpult

Staatssekretär Dr. Wilhelm
(© SMI)

Internationale Konferenz 30.10.2013 - Kurzbericht und Vorträge:

Eröffnung Internationale Konferenz

Eröffnung internationale Konferenz
(© SMI)

Abschlusskonferenz 02.10.2014

Herr Kregel hinter dem Rednerpult Icon vorheriges Bild Icon nächstes Bild Icon Bild vergrößern

Herr Kregel, Sächsisches Staatsministerium des Innern
(© SMI)

Am 2. Oktober fand in der Niederschlesischen Philharmonie in Jelenia Góra die Abschlusskonferenz des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien – Sachsen“ statt. Das Sächsische Staatsministerium des Innern und das Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien haben gemeinsam ein Projekt entwickelt, das die Intensivierung der Zusammenarbeit der Verwaltungen des Freistaates mit der Woiwodschaft Niederschlesien zum Ziel hatte. Der Name des Projektes ist sein Programm. Während der Konferenz wurden die Ergebnisse des Projektes vorgestellt. Gleichzeitig bot die Konferenz die Möglichkeit, das 15- jährige Jubiläum der Zusammenarbeit zwischen Sachsen und Niederschlesien zu begehen. Das Grußwort übernahm in Vertretung des Staatsministers des Innern Markus Ulbig, der Staatssekretär des Sächsischen Staatsministeriums für Umwelt und Landwirtschaft Dr. Jaeckel. Beide Regionen werden sich auch in Zukunft den Herausforderungen einer grenzüberschreitenden Zusammenarbeit stellen“, so Dr. Jaeckel. Den Festvortrag „Regionale Verflechtungen nach 1945 und ihre Weiterentwicklung“ hielt der bekannte polnische Journalist, Publizist, Redakteur der Wochenzeitschrift „Polityka“ und ausgewiesener Kenner der deutsch – polnischen Beziehungen Adam Krzemiński.

Die energieeffiziente Stadtentwicklung nimmt beiderseits der Grenze einen hohen Stellenwert ein. Dazu wurde im Rahmen des Projektes in der Arbeitsgruppe „Revitalisierung der Städte“ eine Befragung von Städten und Landratsämtern im Grenzgebiet durchgeführt, die einen besseren Einblick in den Stand der energetischen Sanierung auf kommunaler Ebene lieferte. Die Handreichung zur Energieeffizienz wurde dann für kommunale Träger entwickelt. Ein weiteres wichtiges Thema war die ökologische Sanierung und sozioökonomische Revitalisierung der Bergbaufolgelandschaften. Gemeinsam wurde eine Studie durchgeführt, die sich mit der touristischen Bedeutung des Berzdorfer Sees für den Landkreis Zgorzelec und die Stadt Görlitz befasste und auch als Anregung für die Revitalisierung des Tagebaus Turów genutzt werden sollte, da eine Umfrage der Sächsischen Zeitung zeigt, dass das Einzugsgebiet des Sees bis nach Bolesławiec und Wałbrzych reicht. Das ins Polnische übersetzte Energiekonzept des RPV Oberlausitz - Niederschlesien soll den kommunalen Trägern auf der anderen Seite der Grenze bei der Erstellung eigener Konzepte als Anregung dienen.

In der Arbeitsgruppe „Verkehr“ arbeitete man daran, Grenzbrücken in einer gemeinsamen Datenbank zusammenzufassen, die Auskunft über den baulichen Zustand, die Eignung für Rettungseinsätze im Katastrophenfall sowie zur Zuständigkeit für die Unterhaltung und Pflege der Brücken geben sollten. In Auftrag wurde zudem eine Potenzialstudie zum Euro-Neiße-Ticket gegeben. Die Fahrgastbefragung richtete sich nicht nur an Touristen, sondern auch an die Pendler aus der Region, um Erkenntnisse zu bekommen, wie das Euro-Neiße-Ticket von dieser Fahrgastgruppe angenommen wird.

In der Arbeitsgruppe „Ländlicher Raum“ verständigte man sich auf gemeinsame Vermarktung regionaler Produkte und auf die Herausgabe eines grenzübergreifenden Veranstaltungskalenders. Grenzüberschreitender Arbeitsmarkt und Sicherung der Daseinsvorsorge, insbesondere der grenzüberschreitenden Gesundheitsvorsorge im Bereich Tele-Medizin beschäftigten die Arbeitsgruppe „Demographie“. Darüber hinaus hat die Arbeitsgruppe eine Studie zur grenzüberschreitenden dualen Ausbildung veranlasst. Ziel ist das Erreichen einer „kritische Masse“ zur Auslastung von Bildungseinrichtungen, um deren Potenzial zu erweitern und deren Tragfähigkeit langfristig sicherzustellen. Es soll die Möglichkeit einer grenzüberschreitenden dualen Ausbildung im sächsisch-niederschlesischen Grenzraum überprüft werden, anhand von Beispielen und Übertragungsmöglichkeiten aus anderen Grenzregionen. Und eine Handreichung über die Verwaltungsstrukturen in Sachsen und Niederschlesien soll das gegenseitige Wissen der Verwaltungen erweitern und die Zusammenarbeit leichter machen.

Mangelnde Sprachkenntnisse sind das Haupthindernis für die Entwicklung der Zusammenarbeit und Nutzung der Chancen der Integration. Diesem Problem begegnet das Projekt durch Weiterbildungsmaßnahmen, die auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter der Verwaltung zugeschnitten sind und die Sprachkenntnisse sowie die interkulturelle und fachliche Kompetenz der Mitarbeiter der sächsischen Verwaltungen zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit stärken sollen. Denn Sprachkenntnisse haben eine Schlüsselbedeutung für die Fortführung der Zusammenarbeit über das Projekt hinaus. An der Weiterbildung Polnisch als Fremdsprache und Polnische Landeskunde nahmen 28 Mitarbeiter der sächsischen Ministerien und Landesbehörden teil, die im Rahmen des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien - Sachsen“ mit den polnischen Kollegen in entsprechenden Arbeitsgruppen zusammen arbeiten, sowie auch dienstlich im engen Kontakt mit verschiedenen polnischen Ämtern und Einrichtungen stehen. Die Motivation, zusätzlich zu ihren regulären Aufgaben Polnisch zu erlernen, spiegelt die wachsende Bedeutung und Qualität der Zusammenarbeit zwischen dem Freistaat Sachsen und der Woiwodschaft Niederschlesien wider. Des Weiteren werden für die deutschen Projektbeteiligten Seminare zur Landeskunde und interkulturellen Kommunikation angeboten. Zum Projekt gehören auch Praktika für Verwaltungsmitarbeiter als begleitende Weiterbildungsmaßnahmen. 19 Mitarbeiter aus den Verwaltungen des Freistaates Sachsen und der Woiwodschaft Niederschlesien lernten in einer Verwaltung der Nachbarregion den Verwaltungsalltag, die Verwaltungsstrukturen und -abläufe kennen.

Während des Projektes fanden 28 Veranstaltungen statt, an denen über 150 Verwaltungsangestellte und Experten teilnahmen. 450 Personen waren an den zwei Konferenzen beteiligt. Wichtige Themen für beide Partner des Projektes für die Zusammenarbeit waren die Revitalisierung der Städte, Bergbau und die Revitalisierung von Bergbaugebieten, die Entwicklung ländlicher Räume, Verkehr und Transport sowie Arbeitsmarktpolitik und Demographie. Zu diesen Themen wurden Arbeitsgruppen gebildet.

Das Projekt "Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien - Sachsen" gehörte 2013 zu den Preisträgern des "Wettbewerbs für modellhafte deutsch - polnische Kooperationsprojekte", der vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung in Kooperation mit dem Ministerium für Regionalentwicklung der Republik Polen veranstaltet wird. In der Begründung betonten die Juroren, dass in dem Projekt beispielhaft gezeigt wird, wie die Kooperation und Kommunikation zwischen den Verwaltungen benachbarter Regionen in Europa effektiv funktionieren kann. Das Projekt sei so angelegt, dass es trotz seiner Komplexität und der Vielzahl der Partner das Potenzial besitzt, tatsächlich zu konkreten Verbesserungen in der grenzüberschreitenden Region zu führen. Dazu tragen nicht zuletzt die Beteiligung von Experten an allen Arbeitsgruppen und die Einbeziehung der Kommunen bei. Die Juroren schätzten das Projekt als ein interessantes Beispiel der Nutzung von INTERREG-Mitteln ein und betrachten es als potenzielles Best-Practice-Modell für die grenzüberschreitende Verwaltungszusammenarbeit europäischer Regionen.

 

Hintergrundinformation:

 

PROGRAMM: Operationelles Programm der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Sachsen – Polen
2007 – 2013

PRIORITÄTSACHSE: 1 Grenzübergreifende Entwicklung
VORHABENSBEREICH: 1.5 Raumordnung und Regionalplanung

PROJEKTPARTNER:
Woiwodschaft Niederschlesien
Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien (LP)
Wydział Współpracy z Zagranicą i Projektów Międzynarodowych
www.dolnyslask.pl

Sächsisches Staatsministerium des Innern (PP01)
Referat 45 | Europäische Raumordnung, Regionalentwicklung
www.smi.sachsen.de

PROJEKTLAUFZEIT: Januar 2012 – Dezember 2014
BUDGET: 1.017 636, 45 EUR
LP: 388 260, 00 EUR
PP01: 629 376, 45 EUR

Das Projekt wird von der Europäischen Union aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung im Rahmen des Operationellen Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Sachsen – Polen 2007 – 2013 finanziert.

Fachtagung am 26. Februar 2015 im SMI

Blick in den Konferenzraum auf die Teilnehmer von hinten.

(© SMI)

Am 26. Februar fand im Sächsischen Staatsministerium des Innern eine Fachtagung des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien – Sachsen“ statt. Das vom Sächsischen Staatsministerium des Innern und vom Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien gemeinsam durchgeführte Projekt hatte die Intensivierung der Zusammenarbeit der Verwaltungen des Freistaates mit der Woiwodschaft Niederschlesien zum Ziel. Wichtige Themen für beide Partner des Projektes für die Zusammenarbeit waren die Revitalisierung der Städte, Bergbau und die Revitalisierung von Bergbaugebieten, die Entwicklung ländlicher Räume, Verkehr und Transport sowie Arbeitsmarktpolitik und Demographie. Zu diesen Themen wurden Arbeitsgruppen gebildet. Während des Projektes fanden 28 Veranstaltungen statt, an denen über 150 Verwaltungsangestellte und Experten teilnahmen. 650 Personen waren an den drei Konferenzen beteiligt.

Dirk Dreßler, Referatsleiter Europäische Raumordnung, Regionalentwicklung dankte allen am Projekt Beteiligten für das Engagement, mit dem sie drei Jahre am Projekt mitgewirkt haben und wesentlich zum Erfolg des Projektes beigetragen haben. Sie alle haben unter Beweis gestellt, dass Ihnen die sächsisch – polnischen Beziehungen am Herzen liegen. Es war beindruckend zu erleben, dass in den drei Jahren die Verwaltungen des Freistaates und der Woiwodschaft tatsächlich zusammengewachsen sind. Es entstanden viele persönliche Kontakte der Mitarbeiter, viele lernten die polnische oder die deutsche Sprache kennen, um leichter miteinander kommunizieren zu können. Und das ist der eigentliche Erfolg des Projektes.
Während der Fachtagung wurden die Ergebnisse der im Rahmen des Projektes erarbeiteten Studien und ausgewählte Produkte vorgestellt: „Stadt der cleveren Energie – Leitfaden für Kommunen“, „Kleinstudie zur grenzüberschreitenden Zusammenarbeit im Nachbarschaftsraum Berzdorfer See - Tagebau Turów“, „Veranstaltungskalender für den Grenzraum Niederschlesien-Sachsen“, „Umfrage für Passagiere auf dem Geltungsgebiet vom Euro-Neiße-Ticket“, „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit in der beruflichen Bildung: Bespiele guter Praxis an deutschen Außengrenzen“. Die Teilnehmer erfuhren auch das Neuste zum Kooperationsprogramm INTERREG Polen-Sachsen 2014-2020.

Das Marschallamt der Woiwodschaft Niederschlesien und das Sächsische Staatsministerium des Innern möchte die erfolgreiche Zusammenarbeit beider Institutionen auch im Rahmen des neuen Kooperationsprogramms Polen – Sachsen 2014-2020 fortsetzen. Auf der Basis des Projektes „Gemeinsam für den Grenzraum Niederschlesien – Sachsen“ entstand die Idee des Projektes "PatoPa"-Partner to Partner. Die inhaltliche Arbeit und der Erfahrungsaustausch zwischen den Mitarbeitern der Verwaltungen beider Regionen über die Verwaltungsstrukturen, Zuständigkeiten und Kompetenzen sowie aktuelle und zukünftige Herausforderungen und Entwicklungen erfolgt in vier Arbeitsgruppen: Raumordnung, Daseinsvorsorge, Regionalentwicklung und grenzüberschreitendes Rettungswesen. Die Skizze dazu wurde als Leuchtturmprojekt in der Verwaltungsbehörde im November 2014 eingereicht.

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